Seminare & Workshops 2016/2017

26. und 27. August 2016 Frau Dr. Dorit Feddersen-Petersen

Dorit

26. August 2016 von 18 Uhr 30 bis 21 Uhr, Abendvortrag “Biologie der Aggression”

Der Streit um diese Verhaltensdeterminanten war früher mehr als ein akademisches Problem oder eine Haarspalterei: Die Folgerungen für die Verhaltensvorhersage und insbesondere die Modifikation oder Manipulation aggressiven Verhaltens sahen höchst unterschiedlich aus. “Aggressionstrieb”: Das aktuelle Verhalten wird bei hoher innerer Bereitschaft (die durch das “Nichtausleben” aggressiven Verhaltens zustande kommt) durch immer schwächere, unspezifischere äußeren Reize immer leichter ausgelöst bzw. kann auch spontan erfolgen. Anhänger der Reiz-Reaktions-Modelle dagegen betonten, daß auch die Verhaltensbereitschaft durch Umweltreize erst erzeugt werden muß.

Heute wissen wir: Aggression ist vielursächlich, vererbt wird jeweils nur eine Reaktionsnorm, gleichsam ein Angebot an die Umwelt. Ergo entscheiden innerhalb dieser Norm dann die verschiedenen Umwelteinflüsse, in welcher Weise die vom Erbmaterial ausgehenden Informationen im Einzelfall verwirklicht werden. Was nun bedeutet all dieses für individuelle Hund-Halter-Systeme? Beispiele zur Kooperation und Kompetition von Hunden (verschiedener Rassezugehörigkeit) werden gegeben.

Kosten: 25 Euro pro Person
Zeit: 18 Uhr 30 bis 21 Uhr

Samstag, 27. Augsut 2016 10 – 15 Uhr “Ausdrucksverhalten bei Hund und Mensch”

“Es sind die Gebärden, die uns verbinden, unsere Mimik, Körperhaltungen und Bewegungen. Diese analoge Kommunikation, die unsere Gefühle, Absichten und Bedürfnisse so trefflich abbildet, übermittelt und vielfach unbewusst verrät, stellt eine universelle Grammatik in der nicht-verbalen Sprache von Menschen und Tieren dar. Analoge Kommunikation lässt uns Verbundenheit erfahren, wohl weil ihre Ausdrucksformen die gemeinsamen Wurzeln der Mensch-Tier-Kommunikation sind, eines Verhaltens, welches interspezifisch über weite Bereiche intuitiv verstanden wird.

Dieses gilt zumal für Haushunde, die seit  rund 40.000 Jahren mit uns leben, eingepasst in unser Sozialsystem und unsere Mitwelt, dabei ihr Ausdrucksverhalten genetisch veränderten, denn vorzugsweise Menschen wurden und sind Bestandteil ihrer ökologischen Nische, ihrer natürlichen (sozialen) Umwelt, und wesentliche Instanz ihrer züchterischen Auslese. Hunde sind adaptiert an diese Lebensbedingungen, widmen seit Jahrtausenden ihre ganze Aufmerksamkeit jeder Regung des Menschen, ihre Beobachtungsbasis ist unsere Familie, ihr Biotop unser Heim.  Sie wurden Arbeitstiere und Begleiter des Menschen. Heute sind sie in mitteleuropäischen und anderen modernen westlichen Gesellschaften überwiegend Sozialpartner, häufig unterbeschäftigt und gleichsam überfordert als „Mensch im Pelz“ oder Statussymbol.  Allesamt sind sie hochsozial und somit exzellente Beobachter, die unsere Mimik, Körperbewegungen, Körperhaltungen sowie die Art unseres Sprechens assoziativ zum situativen Kontext bzw. zu regelhaften Verhaltensänderungen ganzheitlich speichern, um sich fortan darauf einzustellen, gezielt zu ihrem Nutzen. Dieser muss keineswegs deckungsgleich mit unserem Vorteil sein, uns also nicht unbedingt Freude bereiten.

Die Vielfalt ethologischer Anpassungen von Haushunden soll beispielhaft vorgestellt werden, ihre Kommunikation mit Artgenossen und Menschen sowie die resultierenden Beziehungen.”

Kosten: 85 Euro pro Person
Zeit: 10 bis 15 Uhr

Ort: Achumer Meierhof (Hunde sind nicht erlaubt)

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 „Cast Away – Verschollen“ 2-Tage Praxisworkshop mit Christel Löffler am 1./2. Oktober 2016
Intensivtraining für ein zuverlässiges Kommen Ihres Hundes

Fast jeder Hundehalter hat das Ziel, dass er seinen Hund in jeder Situation zuverlässig abrufen kann. Leider sieht die Realität anders aus. Hilflos und ohnmächtig sieht man seinem Hund hinterher, wenn er davon rennt, weil er am Horizont einen Spielkameraden entdeckt oder eine spannende Hasenspur erschnüffelt hat.

In diesem Seminar bekommen Sie Möglichkeiten gezeigt, dies zu verändern. Dabei werden wir uns über verschiedene Motivationsformen unterhalten, aber auch darüber, wie Sie das Kommen Ihres Hundes durchsetzen können und somit einen Hund bekommen, den Sie in jeder Situation abrufen können.

Was steht auf dem Programm?
• Beurteilen der jeweiligen individuellen Mensch-Hund-Beziehung zum aktuellen Zeitpunkt
• Beurteilen des IST-Stands beim Abrufen
• Motivieren des jeweiligen Hundes
• Training an kurzer Leine oder Schleppleine und/oder Freilauf
• Eintrainieren eines neuen „Hier“-Kommandos
Durchsetzen des gewünschten Kommandos
• Besseres Kennenlernen Ihres Hundes
• Festigen Ihrer Mensch-Hund-Beziehung
• Erlernen der Körpersprache Ihres Hundes
• Trainieren auch unter starker Ablenkung
• mental sinnvoll auf Spaziergängen auszulasten
• Erlernen, das unerwünschte Verhalten Ihres Hundes in ein erwünschtes Verhalten zu verändern und bereits Gelerntes zu festigen

Kosten:
€ 195,- p.P. aktiv mit Hund / Ehegatten 50% Ermäßigung
€ 115,- p.P. passiv ohne Hund

zzgl. Übernachtung und Verpflegung

Ort: Kreis Schaumburg

Kate Kitchenham, Abendvortrag:  “Bindung durch Beschäftigung – Schlüssel zu mehr Verständnis, Liebe und Spaß für Hund und Mensch am 17.11.2016 von 19 – 22 Uhr
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Gezeigt wird anhand von praktischen Beispielen wie wir unseren Hund unkompliziert und sinnvoll im Alltag beschäftigen können. Im Vordergrund steht der Spaß, so dass jedes “Lernen” eigentlich ein Spiel ist. Gezeigt werden “Step-by Step Anleitungen” in Form von Foto und Film. Unterfüttert wird der Vortrag mit spannender Theorie: Was passiert im Gehirn beim Lernen? Wie wirkt sich Lob, Innigkeit, kurzes Innehalten, Spiel & Spaß auf die Bindung, Leistungsfähigkeit und Motivation unseres Hundes aus ? u.v.m. …

Über die Dozentin Kate Kitchenham:
KATE KITCHENHAM ist bekannt als Autorin (Bücher und Fachzeitschriften), hält Vorträge in Hundeschulen und ist regelmäßig als Hundeexpertin im Fernsehen zu sehen. Seit Mai 2014 moderiert sie die Sendung „Der Haustier-Check“ im ZDF.

Ort: Bückeburg-Achum, Achumer Meierhof
Kosten: 25 Euro p.P.
Zeit: 19-22 Uhr


2017

F E B R U A R

“Von jagenden und aggressiven Hunden” mit Michael Grewe (Canis) am 18. und 19. Februar 2017
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Um beim erwachsenen Hund die Ausprägungen oder Fehlleitungen von Aggressionsverhalten und/oder Jagdverhalten zu verstehen muss man eine kurze Reise durch die Welpen- und Jugendzeit von Hunden unternehmen.

Dabei stoßen wir auf das komplexe und faszinierende Thema Spielverhalten, mit all seinen Vorteilen und auch möglichen Nachteilen für die weitere Entwicklung des Hundes. Immer wieder kreuzen hierbei genetische Faktoren unseren Weg und verleiten die jungen Hunde Verhaltensweisen zu lernen, die zwar eine Menge Spaß machen aber gleichsam zu Problemen führen können.

Um ein verhältnismäßiges und somit angepasstes Aggressionsverhalten zu entwickeln und um sich auch jagdlich differenziert verhalten zu können, brauchen Welpen und junge Hunde die aktive Unterstützung ihrer Halter.

Erziehung selbst ist nicht immer spaßig und für alle Beteiligten durchgehend von schönen Gefühlen begleitet. Was bei gelungener Erziehung am Ende aber immer wieder schön ist, ist die Freude an einem gut erzogenen Hund.

Kommt es beim erwachsenen Hund zu Problemen in den Bereichen Aggressions- und Jagdverhalten sind die Defizite meist in der mangelnden Halterkompetenz fest zu machen. Verhalten sich erwachsene Hunde unangepasst aggressiv gegen Menschen oder haben ihr jagdliches Spektrum auf bewegliche Sachen oder Menschen erweitert, ist das Leben mit dem Hund meist anstrengend und von emotionalen Belastungen begleitet.

In diesem Seminar möchte ich aufzeigen, wie man Fehlentwicklungen in den Bereichen Aggression und Jagen von Hunden weitestgehend vermeiden kann und wie mit bereits problematischen, erwachsenen Hunden umzugehen ist. Der Schwerpunkt wird dabei auf der Halterkompetenz und dem Management problematischer Hunde liegen. Mit einer Hasenzugmaschine werden wir jagdliche Themen aufzeigen.

Es wäre schön, sowohl Welpen als auch problematische Hunde bei dieser Veranstaltung dabei zu haben.

Ort: Landkreis Schaumburg, Helpsen, Sportpark Südhorsten
Kosten 230,- Euro aktiv mit Hund / 190 Euro passiv ohne Hund
Anmeldung: info@kidsanddogs-schaumburg.de

M A I

Dr. Marie Nitzschner mit dem Thema: “Erkenntnisse aus der Kognitionsforschung und deren Anwendung im Hundetraining” am 6. und 7. Mai 2017

In den letzten Jahren ist das wissenschaftliche Interesse an den kognitiven Fähigkeiten unserer Hunde rasant gestiegen. Weltweit untersuchen unterschiedliche Forschungsgruppen, inwiefern Hunde in der Lage sind, verschiedene Problemstellungen zu lösen und welche Rolle Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Erinnerung oder gar Kreativität dabei spielen.

  • Wie ist der aktuelle Forschungsstand?
  • Welche Schlüsse können daraus resultierend auf die kognitiven

Fähigkeiten unserer Hunde gezogen werden?

  • Und vor allem, wie lassen sich diese Erkenntnisse ins

Hundetraining übertragen?

In diesem Workshop betrachten wir zunächst die lerntheoretischen Ansätze, die jedem Lernverhalten zu Grunde liegen und wie man diese Lerngesetze in die Praxis umsetzt. Darüber hinaus schauen wir uns auch an, inwieweit die kognitiven Kapazitäten von Hunden auch andere Möglichkeiten des Lernens zulassen. Es werden Untersuchungen zu verschiedenen kognitiven Fähigkeiten, wie zum Beispiel zum Problemlöseverhalten, Kommunikation und Kooperation vorgestellt. Einige Studien werden wir in diesem Workshop nachstellen.

Ein weitere zentraler Punkt des Workshops ist die Hund-Mensch-Kommunikation. Hunde sind Meister darin, uns zu lesen – das ist wohl kein Geheimnis. Aber was verstehen sie wirklich von unserer Kommunikation? Können sie unsere Mimik und Gestik deuten?

Was verstehen sie von unserer Sprache? Wissen sie, wann unsere Aufmerksamkeit auf sie gerichtet ist? Und wissen sie, wie wir uns fühlen? Es werden verschiedene aktuelle Studien zum Thema Hund-Mensch-Kommunikation präsentiert und einen Überblick darüber gegeben, was Hunde von der Interaktion mit uns verstehen.

Ort: Sportpark Südhorsten
Samstag/Sonntag 10-17 Uhr
Kosten: 195 Euro p.P. zzgl. Verpflegung und Übernachtung

A U G U S T

Wochenendseminar mit Frau Dr. Dorit Urd Feddersen-Petersen am 5. und 6. August 2017
Dorit

Thema am Samstag, den 5.8.2017 von 10 bis 15 Uhr: “Tierschutzwidrige Hundeausbildung”

Tierschutzwidrige Ausbildungspraktiken auf Hundeplätzen, im Training und in der Ausbildung von Diensthunden werden beispielhaft vorgestellt.

Die Auswirkung bestimmter “Ausbildungspraktiken” auf das Empfinden eines Hundes wird diskutiert. Das geltende Tierschutzrecht, als direkter ethischer Tierschutz, formuliert in seinem § 1 sein ethisches Postulat, benennt die Mitgeschöpflichkeit von Tieren. Es bedarf eines vernünftigen Grundes, einem Wirbeltier Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen. Dieses “Vernunftproblem” im Bereich der intersubjektiven Bewertung wird angesprochen. Es geht um den Einsatz aversiver Reize und vermenschlichender Bestrafungen sowie um die Darstellung der Befindlichkeiten (psychische Vorgänge) von Hunden, die mit neurophysiologischen Prozessen verbunden sind. Was wird jeweils gelernt?

Es ist eine naive, überaus vordergründige Vorstellung, ein ängstlicher Hund befände sich automatisch unter Kontrolle seines “dominanten” (subjektive Fehleinschätzung!) Menschen, so dass er sich dem Willen des Menschen “unterwerfe”…

Grundlage der Ausführungen: Gutachtertätigkeit und eigene Untersuchungen zur Lernbiologie von Hunden.

Kosten: 85 Euro pro Person
Ort: Kreis Schaumburg
Anmeldung: info@kidsanddogs-schaumburg.de

Sonntag, 6.8.2017 von 10-15 Uhr “Verhaltensentwicklung beim Hund, Rasseunterschiede”

Kenntnisse zur jeweiligen Verhaltensentwicklung sind ganz entscheidend für den Zugang zum Verständnis des Verhaltens einer Art oder einer Haustierform oder einer Rasse ganz allgemein. Entwicklung beschreibt zwar eine kontinuierliche Veränderung, man kann sie jedoch, orientiert an beobachtbaren physiologischen, ethologischen und morphologischen Entwicklungsschritten, in bestimmte Phasen einteilen.
Während der Entwicklung eines Jungtieres wechseln sich Phasen stetigen Fortschreitens der Entwicklung (Auftreten neuer Verhaltensweisen) mit solchen rein qualitativer Veränderung (Ausreifung vorhandener Verhaltensweisen) ab.
Ein Entwicklungsethogramm (nach Althaus, 1982) ist ein dynamisches Geschehen. Es verändert sich in den ersten zwölf Lebenswochen täglich, insbesondere während der Sozialisierungsphase. Es gibt sowohl qualitative (Art und Weise) als auch quantitative (Zahl, Häufigkeit) Veränderungen der bestehenden Verhaltensmuster, es treten neue Verhaltensweisen auf oder es verschwinden welche. Einzelne Entwicklungsphasen werden definiert nach dem erstmaligen Auftreten bzw. Verschwinden von (infantilen) Verhaltensweisen.
Die Phasen der Welpenentwicklung sollen beispielhaft an europäischen Wölfen und Haushunden verschiedener Rassezugehörigkeit dargestellt werden. Kann man Besonderheiten der Entwicklung von Hunderassen an ihrer anatomisch-morphologischen Ähnlichkeit mit Wölfen erkennen? Es gibt Wissenschaftler, die wolfsähnlich aussehenden Rassen ein wolfsähnlicheres Verhalten zuschreiben als Hunden differenten Aussehens, die ausgeprägt neoten sein und auch mehr juvenil (nicht kontext-bezogen) vokalisieren sollen (Goodwin, 1992). Wir fanden bei Hunden verschiedener Rassezugehörigkeit relative Beschleunigungen und relative Verlangsamungen in bunter Mischung für Verhaltensweisen unterschiedlicher Funktionskreise (Mosaikvererbung, Herre 1990).

Ort: Landkreis Schaumburg
Kosten: 85,- Euro pro Person

Anmeldung: info@kidsanddogs-schaumburg.de